Bevor ich mit diesem Blog beginne, möchte ich Sie wissen lassen, dass ich das nicht schreibe, um Sie wissen zu lassen, dass Tinder eine angstmachende App ist, die Sie um jeden Preis vermeiden sollten. Darum geht es in diesem Blog einfach nicht. Ich schreibe das einfach, um Sie zu informieren, was die App ist, was man damit machen kann und warum viele Leute sie verwenden. Natürlich gibt es oft eine falsche Einschätzung, die zur falschen Verwendung führen kann, wenn es um Kinder geht. Aber zuerst möchte ich Ihnen erklären, was die App ist, und warum Sie darüber Bescheid wissen sollten.

Was ist es?

Tinder ist eine Dating-App. Grundsätzlich ist es eine Plattform, auf der sich interessierte Kandidaten treffen können, indem die Kommunikation zwischen den beiden Parteien über ein chatbasierendes Interface aktiviert wird.

Wie funktioniert es?

Die Funktion der App ist einfach. Sie verwendet standortbezogenes Tracking, um Fotos und Profile von Leuten anzuzeigen, die potenzielle Matches sind und die sich in der Nähe befinden. Sie versendet eine Wisch-Funktion. Wenn Sie an einem Profil interessiert sind, wischen Sie nach rechts… Wenn Sie an einem Profil nicht interessiert sind, wischen Sie nach links und gehen zum nächsten Foto. Der Benutzer, der nach rechts gewischt wurde, erhält eine Benachrichtigung.

Sind die Nutzer bekannt?

Nein, Benutzer sind großteils anonym – so anonym es eben sein kann, wenn ein Foto einer Person angezeigt wird – bis sich beide Parteien gegenseitig “liken” und dann in der Lage sind, Nachrichten auszutauschen. Darüber hinaus ist der Standort der Benutzer bekannt. Tatsächlich kann man sehen, wenn sich jemand innerhalb weniger Kilometer befindet.

Gibt es ein Alterslimit?

Benutzer sollten 12 Jahre und älter sein. Tatsächlich ist das eine der beliebtesten Dating-Websites bei Teenagern und jungen Erwachsenen.

Muss man sich Sorgen machen?

Es gibt einige Dinge, die Sie im Hinterkopf behalten sollten, weil sie potenziell gefährlich sein könnten, wenn man sie nicht beachtet:

  • Schon Benutzer im Alter von 12 Jahren sind dort erlaubt. Das bedeutet, wenn Ihr Kind auf Tinder ist, dann können Personen aller Altersstufen sehen, dass es in der Nähe ist.
  • Der Standort Ihres Kindes ist absolut bekannt, was gefährlich sein kann.

Wenn man sich die zwei Punkte oben ansieht, dann kann man feststellen, dass es für einen Gauner, der sich in der Nähe von Ihnen aufhält, einfach ist, nach Opfern mithilfe dieser App Ausschau zu halten. Ältere Männer, die jüngeren Mädchen (oder sogar umgekehrt) nachstellen wollen, können hier einfach suchen. Es gibt grundsätzlich die gleichen Gefahren wie bei allen anderen Apps im Bereich sozialer Netzwerke. Vor allem das standortbezogene Tracking dieser App – aus diesem Grund wurde die App so berühmt – kann für junge Kinder potenziell gefährlich werden.

Was wir den Eltern sagen wollen: Haben Sie keine Angst; seien Sie aber vorsichtig. Tinder ist eine beliebte App, Sie sollten daher wissen, wofür es primär eingesetzt wird (Hinweis: für das Gegenteil einer langfristigen Beziehung). Sie sollten als Elternteil oder Vormund vorbereitet sein und wissen, wofür die App potenziell verwendet werden kann. Darüber hinaus sollten Sie auch wissen, dass das standortbezogene Tracking für Minderjährige ziemlich gefährlich sein kann. Deswegen übergeben wir Ihnen die Möglichkeiten des Standorttrackings. Die Möglichkeit, Ihr Kind zu tracken, kann in Händen eines Fremden bösartig sein. Seien Sie sich dessen also bewusst und seien Sie vorbereitet.

Jenny Nicole

Mitglied seit Oktober 23, 2014

Jenny Nicole

Mitglied seit Oktober 23, 2014

Jenny Nicole ist Expertin für Jugendpsychologie und digitales Verhalten. Sie hat einen Master in Entwicklungspsychologie und Psychopathologie vom King's College London (Abschluss 2017). Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, wie Jugendliche in digitalen Umgebungen kommunizieren und Entscheidungen treffen, insbesondere in sozialen Medien und Messengerdiensten. In den letzten fünf Jahren hat sie umfassend über das Smartphone-Verhalten von Jugendlichen, die Dynamik unter Gleichaltrigen im Internet, die psychologischen Auswirkungen sozialer Medien und die Notwendigkeit von Aufsicht publiziert. Ihre Arbeit hat Eltern und Pädagogen geholfen, nicht nur zu verstehen, was Jugendliche online tun, sondern auch warum. Sie hat nicht nur über hundert Ratgeber zur Kinderpsychologie für Eltern verfasst, sondern ist auch eine regelmäßige Rednerin auf Konferenzen zu Familiensicherheit und Internetregulierung in Großbritannien und den USA.

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